Zwiebelblumen
Zwiebelblumen sind etwas Wunderbares.
Blüten, Blätter, Schönheit, Düfte- sie alle sind von der Natur schon vorprogrammiert und in unscheinbare Zwiebeln verpackt. Wir müssen sie nur rechtzeitig im Herbst bis spätestens Ende Dezember in den Boden stecken, damit sie noch reichlich Wurzeln schlagen können. Wärmende Sonnenstrahlen sind es, die das Programm nach dem Winter <abfahren> lassen. Lange bevor sich Rosen, Bäume und die meisten Blütensträucher entfalten, zaubern sie schon sanfte oder freudige Farben in die sonst immer noch reichlich kahle Umgebung.
Für uns verlängern sie das Gartenjahr und lenken den Blick auf Stellen in unseren immer zu engen Gärten, die später unter Gehölzen völlig im Schatten liegen oder auf der Rabatte und im Steingarten von wuchtigen Stauden dominiert werden. So klein und winzig Schneeglöckchen, Märzenbecher oder Wildkrokusse auch sein mögen, im Vorfrühling sind sie echte Hingucker und kommen gross heraus. Hyazinthen in Reihen und Tulpen in ordentlichen Beeten haben gewiss ihren Reitz. Sehr charmant können jedoch auch die Wildformen wirken, wenn sie sich im Quartier nach Lust und Laune verbreiten dürfen. Wilde Blumen in Massen sind immer beeindruckend. Sie verlocken zum Träumen, wecken Erinnerungen an Alpenwiesen voller Wildnarzissen, an gelbe Osterglocken im Jura, an Spaziergänge durch englische Wälder voll mit Millionen von blauen Hasenglöcken, an unverfälschte und kostbare Natur. Ein wenig davon im eigenen Garten wäre wunderbar! Ein Versuch lohnt sich durchaus und ist nicht einmal teuer. Schliesslich sind Blumenzwiebeln eine einmalige Investition, die schnell und mit vielen Jahren voller Entzücken über die Pracht rentiert. Die dicht mit Zwiebelblumen in vielen Arten besetzten Wiesen auf der Insel Mainau können dabei als Traumziel und Vorbild dienen.
Einige Grundvoraussetzungen müssen jedoch gegeben sein, sonst Klappt da Verwildern in naturbelassener Umgebung nicht:
- Feuchter, etwas ahnlehmiger (Gärtnersprache: <frischer>) und fruchtbarer Boden ist nötig, damit sich auch die zahlreichen Nachkommen der eingesetzten Blumenzwiebeln ausreichend ernähren können.
- Gartenecken am Rande, unter Gehölzen oder im Rasen, wo sich die Pflanzen üver viele Jahre hinweg ungestört vermehren können.
- Rasenflächen, die erst sehr spät gemäht werden, damit sich das Blumenzwiebellaub ausreichend entwickeln und langsam einziehen kann. Für all dieses ist eine Blumenwiese ideal oder mindest ein Rasen, den man an einigen Stellen erst 5 bis 6 Wochen später mäht. Den Zwiebelblumen bleibt so Gelegenheit, Nährstoffe zu sammeln für die Blüte im nächsten Jahr.
Welche Arten eignen sich?
Eine Reihe von Blumenzwiebelarten breiten sich besonders leicht aus, an anderen, vor allem an vielen Kultursorten von Tulpen, wird man in einer Wiese auf Dauer wenig Freude haben. Vielleicht passen sie aber ins Rosenbeet oder zwischen Stauden? Bis sich diese in Szene setzen, haben sich die nährstoffbedürftigen Tulpen längst wieder zurückgezogen.
Besonders schön wirken in Tuffs gepflanzte, frühe Wildtulpen und späte lilienblütige Sorten. Ton-in-Ton mit dem hervorbrechenden, verschiedenartigen Grün der Stauden und Sträucher erhalten Pflanzungen mit den ungewöhnlichen Viridiflora- Tulpen ‚Springgreen’ (weiss-grün), und ‚Groenland’ (karmin-grün), und ‚Humming Bird’ (gelb-grün) – jeweils mit weissen Streifen im Blütenblatt- sowohl eine natürliche als auch extravagante Note. Viel Wirkung für wenig Geld erzielt man auch mit einem Tuff von 15 bis 20 Stück der mehrblütigen Bouquet- Tulpen ‚Happy Family’ (rosa), ‚Inferno’ (rot), ‚Orange Bouquet’ (orangerot), oder ‚Weisse Berliner’ (weiss). Zwischen austreibendem Frauenmantel, Farnen oder Bodendeckern fällt ein solcher Höhepunkt im Garten entsprechend auf. Eine Besonderheit ist die eingebürgerte, halbwilde, gelbe Weinbergtulpe (Tulipa sylvestris). Sie kommt in Bauerngärten, auf Wiesen und zwischen den Weinstöcken vor und vermehrt sich leicht aus Samen.
In der Blumenwiese ergänzen Zwiebelblumen von zeitigen Frühjahr bis in den November hinein die relativ kurze, frühsommerliche Blütezeit von Margritten, Wiesensalbei, Bocksbart und Kuckuckslichtnelken. Der Frühling beginnt schon im Februar oder März mit den Schneeglöckchen (Galanthus nivalis) und Märzenbecher (Leucojum vernum). Beide benötigen unbedingt feuchten Untergrund, wo sie sich dann üppig und truppweise ausbreiten. Mit Krokussen aller Sorten und Arten gibt es auch auf leichteren Böden keine Probleme. Sie vermehren sich über Brutknöllchen und Samen sehr reichlich und verwildern schnell. Je nach Geschmack kann man eine oster-eierbunte Krokuswiese mit farbigen Kultursorten anlegen oder mehr auf Wildcharakter gehen.